Reisen mit Kindern | Furnart Blog

Reisen mit Kindern kann wunderbar sein. Reisen mit Kindern kann aber auch nach hinten losgehen. Wohl alle Eltern haben bereits so ihre Erfahrungen gemacht. Doch ob ein Trip durch Europa, Übersee oder an die Ostsee - mit der richtigen Planung macht Reisen Spaß und sorgt für schöne Momente, die in guter Erinnerung bleiben. 

Für mich war und ist der gemeinsame Urlaub mit meinen Kindern das Allerschönste! Ich mag es wirklich, fern ab vom Alltag den Tag mit den Kids zu verbringen. Dieses Jahr wird es spannend, da mein kleiner bzw. nun großer Sohn gerade mit dem Abi fertig wurde und sich noch nicht ganz sicher ist, ob er mitfahren mag. Gerade deshalb blicke ich mit ein wenig Wehmut zurück. So ging doch unsere gemeinsame "Urlaubs-Karriere" los, als er ein halbes Jahr alt war. Damals war ich stolzer Besitzer eines alten VW Bus. Wir schnappten uns das kleine Kind und fuhren nach Italien - in die Toskana. Das Baby benötigte zu der Zeit ja nicht viel, lediglich Windeln und die mütterliche Brust. So fuhren wir vier Wochen durch die Toskana und schliefen in Klöstern und ab und zu im VW Bus. In Italien kann, wenn der Anspruch an Komfort nicht all zu groß ist, in Klöstern geschlafen werden. Wirklich ungewohnt, wenn in den kirchlichen Gemäuern Babygeschrei zu hören ist. So wurden wir oftmals von den Nonnen umringt und jede wollte piccolo bambino streicheln und berühren. Ein klassischer Familienurlaub sieht sicher anders aus. 

Wie sieht ein perfekter Familienurlaub überhaupt aus und gibt es diesen überhaupt?

Jeder hat wohl so seine eigenen Vorstellungen von einem Familienurlaub. So ist es unter Umständen schon sehr schwierig alle Bedürfnisse unter einen Hut zu bekommen.

Mama will wandern, Papa möchte am liebsten lesen, Kind eins möchte an den Strand und Kind zwei ist in der Pubertät und will gar nichts. Darüber hinaus wird in der Regel sehr selten über so einem langen Zeitraum in so konzentrierter Form etwas zusammen gemacht. Sonst gehen die Kids in die Kindereinrichtung oder in die Schule und die Eltern sind arbeiten. Gesehen wird sich in der Regel kurz morgens und zum Abendesse sofern alles gut geht.

Es kommt also hinzu, dass sich erst einmal alle wieder aneinander "gewöhnen" und sich aufeinander einstellen müssen. Auch kein leichtes Unterfangen. Es hilft also wenn der Familienurlaub so geplant wird, dass für alle in der Familie etwas dabei ist, jedoch auch kein Freizeitstress entsteht. Ideal für die gestressten Eltern wenn es in ein Hotel geht mit all Inclusive und Kinderbetreuung. Ich kenne etliche die diese Art des Urlaubs präferieren. Meins ist das nicht - ohne Wertung!

Ich hänge arbeitsbedingt in so viel in Hotels rum, dass für mich der ideale Urlaub mit dem Zelt und einem „durch die Gegend reisen“ verbunden wird. Dieses hat immer, dank guter Planung im Vorfeld, wunderbar funktioniert. Ob Frankreich, Großbritannien, Norwegen oder sonst wo, überall waren wir mit den Kindern unterwegs. Meist haben wir Lowbudget, also in Youth Hostels oder so geschlafen. Dafür, dass wir das Nächtigen mit niedrigen Kosten verbanden, konnten wir in der Regel vier bis fünf Wochen verreisen. Youth Hostels bieten den Vorteil selbst kochen zu können, mit anderen Familien ins Gespräch zu kommen und liegen in der Regel an richtig, richtig schönen abgelegen Orten. So hatten wir etliche Unterkünfte, die so romantisch lagen, dass wir aus dem Staunen nicht rauskamen. Wer so etwas mal erleben möchte sollte sich in Südengland umschauen - so wunder, wunder schön - einfach unglaublich. 

Für mich sieht so ein perfekter Familienurlaub aus! 

Das witzige ist, es gab so viele schöne Erlebnisse und die Kinder erinnern sich nicht mehr. Immer wenn ich mal etwas erzähle und sage "da warst du auch schon" ist die Erinnerung gleich null...

Apropos Planung - was ist zu beachten? 

Damit der Familienurlaub zum vollen Erfolg wird, sollten im Grunde ein paar Dinge beachtet werden. Hier habe ich meine ultimativen Tipps.

1. Die Vorbereitung

Damit der Urlaub nicht unfreiwillig zum Abenteuerurlaub wird, ist die Planung das A und O. Es wäre total schade, wenn der langersehnte Urlaub zum Desaster wird weil alle glauben "das wird schon". Im Grunde beginnt der Urlaub schon vorher - durch die gemeinsame Planung. Bereits während der Planung entsteht Urlaubsstimmung. Fragen Sie auch die Kleinsten worauf sie Lust haben. Urlaub und das was damit verbunden wird, verstehen auch die kleinen Kinder. Und wissen Sie auch warum? Es wird ein positives Gefühl vermittelt, weil sich alle darauf freuen. Die Kids sehen und spüren Ihr Leuchten in den Augen. Sie wissen, dass wird etwas ganz Besonderes. Meine kleine Tochter freute sich bereits lange vorher auf den Zelt-Urlaub an der Ostsee, ohne dass sie so richtig wusste was Zelten ist.

In der Vorbereitung sollten bereits Dinge festgelegt und ausgehandelt werden, damit diese unter Umständen nicht im Urlaub zum Streit führen. Kompromisse sind wichtig und gehören dazu. Wenn Mama nicht jeden Tag am Strand liegen will, wird das bereits im Vorfeld besprochen und die Enttäuschung ist dann nicht ganz so groß. Eine Ferienregel kann zum Beispiel sein: "Jeder darf sich auch mal zurückziehen und wird in Ruhe gelassen". Das ist wichtig da der Urlaub ja allen gehört. 

2. Die Zeit in den Ferien

Es sollten nicht alle Tage verplant werden. Lassen Sie Zeit für Spielraum und freie Zeit. Einfach mal abhängen und nichts tun ist super entspannend. Es darf sich auf keinen Fall zu viel vorgenommen werden, Turbo-Tourismus wie bei den Asiaten ist auf Reisen mit Kindern nicht möglich. Für die Kinder muss genügend Zeit zum Spielen eingeplant werden. 

3. Entspannt Reisen

Die Anreise und die Abreise sind mega wichtig. Urlaubsziele sollten so gewählt werden, dass diese nicht zu weit weg sind und die Reise für alle zur Tortur wird. Ich habe schon das ein oder andere Mal nach der Rückreise eigentlich wieder Urlaub gebrauchen können. Am besten plant man so, dass genügend Zeit zum Packen bleibt. Vom Büro nach Hause und dann 10 Stunden Autofahren um in die Bretagne zu kommen ist anstrengend und gefährlich. Oft genug wird die Anreise unterschätzt, gerade wenn irgendwelche Fähren geschafft werden müssen. Auch wenn es für die Kleinen schön ist nachts zu fahren, die Eltern müssen sich ja dann, wenn die Kleinen wieder wach sind von der Fahrt erholen...

Wenn schon so weit weggefahren wird, dann sollte der Weg zum Ziel gehören, also entspannt angehen und großzügige Pausen planen. 

Auch die Rücktour sollte so geplant werden, dass nicht mit dem noch vollgepackten Auto ins Büro gefahren werden muss.

Ich erwähne recht häufig das Auto. Ja es ist bei unseren Touren immer die erste Wahl gewesen, da wir in erster Linie lange wegfahren wollten. Fliegen ist für Kurztrips mit den Kids auch schön, habe ich auch oft gemacht, aber dann kommt im Grunde nur ein All Inclusiv Urlaub in Frage. Denn das Mitnehmen von Kinderzeug im Flieger ist beschränkt. Irgendwas fehlt immer. 

4. Entspannt sein, runterkommen!

Seid im Urlaub nicht ganz so streng. Es ist nicht schlimm wenn die Kinder im Urlaub nicht bereits um acht im Bett liegen. Eine Ausnahme von den sonst bestehenden Regeln kann für alle befreiend sein. Lasst die Kids morgens eine Runde IPad gucken. So habt ihr noch Zeit zum kuscheln und die Kinder wissen es sowieso zu schätzen. 

Entspannt sein... Es gibt ja Eltern die nehmen Oma und Opa mit in den Urlaub. Das kann gut gehen, denn so können Mama und Papa abends mal das Tanzbein schwingen und haben schöne Stunden zu zweit. Doch Vorsicht allzu oft kommen Dinge die eventuell bereits im Untergrund schwelen im Urlaub zu Tage. Ich habe nicht selten gehört, dass unterdrückte Konflikte in der Beziehung zu den Schwiegereltern im Urlaub explodieren und dann ist das Bein dick. Also keine Experimente. Nur wenn sich alle sicher sind, dass das Unterfangen gelingt sollte in dieser Konstellation Urlaub gemacht werden.

5. Das liebe Geld

Plant auch finanziell. Es macht keinen Spaß wenn die Reise eigentlich nicht zu verkraften ist. Wenn bei jedem Eis ein schlechtes Gewissen entsteht oder der Eintritt in den Ferienpark die Familienkasse für den Rest des Jahres leer saugt, ist das blöd. Dann kann sich nicht erholt werden. Denkt immer daran, den Kindern ist es eigentlich egal wo es hingeht. Sie brauchen Zeit mit ihren Eltern - schöne Zeit. Sorgen müssen zu Haus bleiben. Es können auch wunderbare Ferien werden, wenn das heimische Schwimmbad besucht wird oder der Bauernhof um die Ecke ist. Für Kinder ist es egal wo es hingeht, sie brauchen ein gutes Gefühl im Zusammensein mit den Eltern und das entsteht auch vor der Haustür. 

Mein Fazit

Zu Ferien mit den Kindern kann so viel geschrieben werden. Ich könnte ganze Bücher schreiben über die schönen Erinnerungen aus den Urlauben mit meinen Kindern. Seht zu dass es nicht zum Stress wird, liebt den Moment und genießt den Augenblick. Egal wohin oder was Ihr macht. Ihr Arbeitet Tag für Tag verzichtet auf vieles, also macht den Urlaub zu eurem und dem Highlight der Kinder.

In diesem Sinne einen schönen Urlaub!

 

 

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