Mäkelige Kinder, das Essen passt nicht | Furnart Blog

Das kennen wohl alle Eltern nur zu gut. Das liebe Kind will partout nichts Essen. Auch wenn es liebevoll zubereitet wurde. Stattdessen müssen Nudeln auf den Tisch. Abwechslungsreiche Kost ist in der Regel verpönt und Gemüse so gar nicht der Hit. Bevor es zu Stress am Tisch kommt, gucke ich mal was so getan werden kann.

Zugegeben wir Erwachsenen haben manchmal auch wirklich komische Vorstellungen vom Essen. Da kommt Bulgur mit Dip und irgendwas mit Tofu auf den Tisch und die kleinen und großen Kinder schreien nicht hurra. Komisch. Ich habe als Kind natürlich alles gegessen was auf den Tisch kam - natürlich nicht. Ich war super mäkelig und bin es auch jetzt noch. Mich schüttelt es wenn ich zum Beispiel nur Leberwurst oder Blutwurst rieche. Meine Mutter brachte mal gebratenes Hirn (!!!) mit Rührei auf den Tisch. Ich kotze im Strahl, wenn ich nur daran denke Hirn zu essen. Was ich damit sagen will, ich kann in der Regel selbst bestimmen was ich esse und meine Kinder müssten sich theoretisch unterordnen. 

Es wird gegessen was auf den Tisch kommt! 

Diesen Spruch kennt wohl jeder. Er verdeutlicht, dass in der Vergangenheit das Essverhalten oft reinweg von den Eltern vorgegeben wurde. Nun sind wir ja noch von einer Generation erzogen worden, die eher konservative Ansichten zum Thema Essen durch ihre Eltern vermittelt bekommen haben. Für meine Oma war Fleisch was total Besonderes – so sollte es ja auch heute so sein - daher konnte sie es absolut nicht verstehen, wenn ich eben nicht das Kotelett anhimmelte. Da die Zubereitung mit Aufwand verbunden war, also langem stehen in der Küche usw. konnte sie natürlich nicht verstehen was mein Verhalten sollte. Nun gut hätte sie mich gefragt, hätte es kein Kotelett geben müssen... 

Was ich eigentlich damit sagen möchte, Bei der Planung des Essens müssen Kinder mit eingebunden werden und geht mit dem Einkauf im Supermarkt weiter. Wenn dann gemeinsam geknobelt wird was gegessen werden soll und dazu in Kochbüchern geschmökert oder in Apps gesucht wird, dann werden die Kinder auf das Essen schon ein bisschen getriggert. Das schönste für meine kleine Tochter ist, wenn sie gemeinsam mit Papa schnippeln darf. Dazu hat sie ein passendes Kinder-Schneidemesser von Opinel bekommen. Piksen kann sie sich damit nicht. Okay, Anfangs war ich ein bisschen skeptisch ob sie das hinbekommt aber mit ein wenig Vertrauen in die Fähigkeiten ging es. Der Vorteil bei der gemeinsamen Planung, wir können es ja auch ein bisschen steuern damit das Essen gesund und mit den wichtigen Nährstoffen ausgesucht wird. 

Ein weiteres wichtiges Thema

Essen sollte bzw. muss so gestaltet werden, dass es immer eine gemeinsame Mahlzeit ist. Erstens: im Alltag sollte das gemeinsame am Tisch Platz nehmen und gemeinsame Essen ein Ritual sein. Den Tisch gemeinsam vorbereiten, selbst die Kleinsten dürfen etwas auf den Tisch tragen, die klassischen Rollenbilder werden nebenher aufgehoben usw. Darüber hinaus können wir Erwachsenen als Vorbilder bei dem was wir Essen fungieren. Wenn das Kind sieht das bei Mama und Papa Gemüse am Start ist, dann werden sie einfach aus Neugierde diese Dinge ebenfalls auf den Teller tun. Ein gutes Vorbild ist allemal mehr wert, als ständig zu meckern und zu ermahnen. Wie soll das Kind es finden, wenn wir verlangen Obst zu essen und dabei hat es Mama noch nie einen Apfel essen sehen...

Eine paar Tipps mit Spiegelstrichen zusammengefasst

1.   Keinen Stress machen.

Wenn wir Stress aufbauen und den Kindern drohen oder Druck machen, dann erzeugt das Gegendruck. Das kann und wird nicht gut ausgehen. Wenn sich erst einmal zwei Böckchen mit gesengten Hörnern gegenüberstehen, dann hat keiner gewonnen. Gerade bei dem Thema essen kann das doof ausgehen. Derjenige der durch Zwang dazu gebracht wird, auch durch Verbalität entsteht Zwang, verbindet mit dem was gegessen werden soll nur noch Abneigung. Diese kann sogar bis ins Erwachsenenalter anhalten. Es ist wie bei uns, wir müssen Neugirig sein auf das was da zu uns kommt. Genauso ist es bei den Kindern mit dem Essen. Wenn alle am Tisch davon schwärmen, den Kochenden loben dann wird das Kind bestimmt bei dem nächsten Mal auch Lust darauf bekommen.

2.   Keine Strafen

Genauso schlimm wie Druck aufbauen, das Kind abstrafen.

Meine Oma hatte es immer drauf mich am Tisch länger sitzen zu lassen, wenn alle anderen schon aufgestanden waren. Das Ganze ging dann in einem tierischen Gezeter unter. Während meine Schwester bereits wieder spielen durfte, saß ich vor dem kalten Essen und drückte mir dann irgendwann ein paar Happen hinter. Diese Situationen sind mir noch so lebhaft vor Augen, dass ich mir geschworen habe so etwas niemals aber wirklich niemals zu machen.

3.   Keine Sonderwünsche

Der dritte Punkt ist genauso wichtig wie die ersten zwei Punkte.

Ganz fatal die sogenannten Extrawürste – daher kommt der Begriff auch – aber es gibt sie wirklich die Extrawurst. Nein Spaß beiseite, Kindern sollten keine Extrawürste bereitet werden. Wenn einmal damit angefangen wurde, Kindern etwas extra zuzubereiten, dann ist es schwer davon wieder runterzukommen. Kinder sollten das essen was abgesprochen, eingekauft und gekocht wurde. Wenn die oben genannten Punkte halbwegs beachtet werden, dann sind Extrawürste auch nicht notwendig.

Und Nun doch ein kleines Rezept falls gar nix mehr hilft

Wenn die Kids dann wirklich am Verhungern sind und wir auch keinen Bock auf Diskussionen haben, dann gibt es Pfannkuchen!

Pfannkuchen mochte ich als Kind schon sehr gern. Am besten mit Marmelade, heute natürlich nur Zuckerfrei.

Und das braucht’s:

·         50 g Butter oder Margarine

·         100 g Zucker

·         1 Pck.Vanillezucker

·         4 Ei(er), getrennt

·         200 ml Milch

·         200 g Mehl

·         1 TL Backpulver

Und etwas Butter zum Ausbacken.

Zubereitung

Die Butter mit dem Zucker und Vanillezucker vermengen. Die Eigelbe hinzufügen und schaumig rühren. Im Anschluss dann die Milch zugeben und unterrühren. Mehl mit Backpulver über die Masse sieben und glattrühren. Eiweiße steif schlagen und zum Ende unterheben. 

Eine Pfanne bei mittlerer Hitze heiß werden lassen. Portionsweise aus dem Teig nun Pfannkuchen in wenig Butter von beiden Seiten braten, bis sie goldgelb sind.

Dazu gibt es natürlich Apfelmus. Am besten selbstgemacht.

Das Rezept holt jeden Mäkelkopp hinter dem Ofen hervor, natürlich am besten, wenn bei der Zubereitung mitgeholfen wird.

In diesem Sinne guten Appetit!

 

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