Kleine Kinder und schlafen - Endlich, es schläft durch! | Furnart Blog

Kaum ein Thema beschäftigt junge Eltern mehr als das Durchschlafen des kleinen Kindes. "Und schläft es schon durch?" ist eine der meist gestelltesten Fragen, wenn in den ersten Lebensjahren junge Eltern aufeinandertreffen. Gibt es wirklich Tipps die helfen? Können Kinder schlafen lernen oder ist alles sowieso ganz individuell. Ich werde ein paar Tipps zusammentragen und von meinen Erfahrungen berichten. 

Wie es um den Schlaf des Kindes steht, ist den meisten jungen Eltern in das Gesicht geschrieben. Augenringe, aschfahle Haut und nervöses Augenzucken. Fast alle kennen diesen Zustand und die Anteilnahme ist den frisch gebackenen Eltern gewiss. Doch wie schön, wenn die schlaflosen Nächte im zunehmenden Alter vorbei sind und die ruhigen Nächte die Mehrzahl bilden. Der Weg dahin ist jedoch bei allen Kindern unterschiedlich lang und verläuft nicht geradlinig.

Meine kleine Tochter ist mit dreieinhalb Jahren kein Baby mehr und trotzdem sind die Nächte in denen ich nichts von ihr höre deutlich, sehr deutlich in der Minderzahl. Richtig anstrengend wird es, wenn sie sich just in dem Moment meldet, in dem ich gerade sanft in das Traumland reise. Wenn ein langgezogenes "Paaaapppaaaaa" durch die Wohnung hallt, wanke ich wie ein Zombie durch die Wohnung und versuche mit einem Gute-Nacht-Lied und Rücken streicheln den Schlaf herbei zu führen. Manchmal hilft es, oft jedoch auch nicht. Es gibt in den ersten Jahren kaum größere Belastungsproben für die Eltern wenn das Baby die Nacht zum Tag macht und der Rest der Familie der erholsame Schlaf fehlt. Während ich an dem Text schreibe und meine Tochter wieder nicht in den Schlaf kommt, fällt mir auf, dass es für sie scheinbar keine sichere für Methode für einen guten Schlaf gibt. Es steht immer die große Frage im Raum - wird sie diese Nacht durchschlafen? 

Liegt es an Ihr oder können wir Eltern etwas dafür tun, dass sie mit einem seligen Schlaf durch die Nacht kommt? 

In Unterhaltungen mit anderen Eltern und bei der Recherche zu dem Artikel fällt mir auf, dass es scheinbar ganz normal ist wenn ein fast vierjähriges Kind mit im Bett der Großen schläft. Problem bei meiner Tochter, so sehr ich auch mit ihr kuscheln mag - nachts im Bett möchte ich eigentlich meine ganz eigene Ruhezone haben. Sie drängelt, schiebt und tritt das es eine wahre Freude ist. An ruhigen Schlaf ist bei ihrer Anwesenheit im Bett nicht zu denken. Verständlich ist es, wenn Eltern ihr Baby in das Bett holen bzw. ein Beistell-Bett nutzen, weil es noch gestillt wird. Das ist super bequem und gerade das nächtliche Stillen sollte so angenehm wie möglich verlaufen. Aber irgendwann wollen Mama und Papa das Bett auch mal wieder für sich haben und benötigen den erholsamen Schlaf um für den Job Kraft zu tanken. 

Gibt es also Ideen zum Einschlafen von denen ich noch nichts gehört habe? Kann evtl. jedes Kind schlafen lernen? Ich weiß es nicht. Dinge die wir probiert haben, möchte ich dennoch hier preisgeben, auch wenn es wie bereits erwähnt bei meiner Tochter nichts geholfen hat. By the way, auch meine Söhne waren keine Einschlafwunder. Jetzt mit 18 bzw. 21 Jahren können sie allerdings super durchschlafen und ich habe eher das Problem sie morgens nicht wach zu bekommen. 

Bevor ich mit Tipps um die Ecke komme, möchte ich jedoch kurz die Schlafphasen der kleinen Kinder beleuchten bzw. aufdröseln.

Erster Monat. Kurz nach der Geburt behält der Säugling seinen Schlaf-Rhythmus aus dem Bauch der Mutter zunächst einmal bei - Tag und Nacht sind pupsegal. In der Tat ist es ein Rätsel wann das Würmchen das nächste Mal die Augen öffnet. In der Regel schläft das Baby jedoch um die 16 Stunden. Das ist natürlich ein Durchschnittswert, das eine Baby braucht 18 Stunden Schlaf, ein anderes Baby kommt mit 14 Stunden über den Tag.

Zweiter bis sechster Monat. Ganz sacht passt sich das Baby dem Wechsel zwischen Tag und Nacht an. Die Kinder entwickeln nun nächtliche Schlaf-Phasen, die zwischen zwei bis vier Stunden dauern können. Auch die Schlafphasen am Tag verändern sich. Mit zwei bis drei Schlafphasen ist es durchaus zufrieden. So ab dem 6. Monat etwa schläft es nachts fünf bis sechs Stunden am Stück da es nachts nicht mehr zwingend eine Mahlzeit benötigt. 

Siebter bis zwölfter Monat. Das nun schon große Baby holt sich den meisten Schlaf, den es für seine Entwicklung benötigt in der Nacht. Es sollte darauf geachtet werden, dass das Kind nicht zu ausufernde Mittagsschläfchen hält um nicht dem Nachtschlaf vorzugreifen. 

Im zweiten Lebensjahr sinkt der Schlafbedarf. Der Tages-Schlaf pendelt sich in der Regel bei dem Mittagsschlaf ein. 

Und Schluss endlich gewöhnen sich die meisten Kinder im dritten bis vierten Lebensjahr irgendwann den Mittagsschlaf ab. Der durchschnittliche Schlafbedarf bei älteren Kindern liegt bei ca. 12 Stunden. 

Gib es denn nun Tipps oder ist es doch wie überall im Leben total divers?

Auch wenn jedes Kind unterschiedlich ist und die Schlafphasen bei jedem Kind anders ausfallen, gibt es dennoch ein paar Punkte die helfen können die Situation bzw. die Zeit bis zum Durchschlafen gut zu überstehen. 

Mir fiel es bei der Auswahl der Hinweise schwer eine Reihenfolge festzulegen. Also sollte die Aufschlüsselung nicht mit einer Gewichtung gleichgesetzt werden.

1. Tag-Nacht-Rhythmus

Es ist wesentlich wenn das Baby schon früh merkt das es den Tag und die Nacht gibt. Das Kind sollte am Nachmittag in normaler Umgebung mit tagestypischer Geräuschkulisse und in einer hellen Umgebung schlafen. Es wird den Unterschied merken, wenn es am Abend ruhig, entspannt und in dunkler Umgebung hingelegt wird. Tiefgreifende Gespräche und großes Gemurkel müssen in der Nacht vermieden werden. Sollte in der Nacht Hunger aufkommen, ist es gut wenn die Mama mit der Brust oder der Papa mit der Flasche schön in Reichweite um den nächtlichen Hunger schnell zu stillen. 

2. Feste Rituale

Feste Rituale gehören zu Kindern wie das Amen in der Kirche. Besonders vor dem Einschlafen muss es einen fest definierten Ablauf geben, der dem Kind signalisiert es geht jetzt in das Bett und das ist nicht diskutierbar. Bei größeren Kindern ist der Sandmann nach wie vor das Zeichen - Achtung gleich hat der Tag ein Ende. Wer fernsehgucken am Abend nicht so gut findet oder das Kind noch zu klein ist - eine Geschichte oder ein Lied sind perfekt um den Tag ausklingen zu lassen. Als meine Söhne größer waren, habe ich ihnen erklärt am Abend ist Erwachsenenzeit, Kinder müssen ins Bett - ohne Diskussion. Das wurde nach einiger Zeit und mit Konsequenz meinerseits, akzeptiert und als feste Regel etabliert. 

3. Kein später Mittagsschlaf

Ein Mittagsschlaf ist gut und wichtig. Zwischen diesem und dem abendlichen zu Bett gehen sollten jedoch mindestens drei Stunden liegen. Auch wenn das Kind müde ist, sollte lieber mit Geduld versucht werden die Zeit bis zum Abend zu überbrücken. Denn die Zeit des abendlichen Hinlegens sollte eingehalten werden. 

4. Die richtige Umgebung

Kein Kind der Welt wird gut einschlafen wenn es zu laut oder zu ungemütlich ist. Kinder brauchen eine Ruhezone die als festes Refugium zum Schlafen dient. Das Kinderzimmer sollte gut belüftet und nicht zu warm sein. Bei dem Kauf des Bettes sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Matratze nicht zu weich ist. Zu viele Teddys, Puppen oder Sonstiges stören das Kind bei einem ruhigen Schlaf. 

5. Entspannte Eltern

Jetzt komme ich zum A und O des Ganzen. Entspannte Eltern. Ich habe die Erfahrung gemacht wenn ich unbedingt den Schlaf meines Kindes herbeisehnte und wie auf Kohlen nur darauf gewartet habe, dass endlich Ruhe herrscht - dann wurde es nix. Kinder spüren so etwas. Es muss versucht werden entspannt in die Situation zu gehen, auch wenn das Kind partout nicht so möchte wie die Eltern es wollen. Das hört sich leichter an als es in der Situation dann ist. Gerade wenn es um Schlaf geht, sind wir Eltern mitunter dünnhäutig. Wenn ich in einer Situation bin, in der es mir sehr schwer fällt die Geduld zu bewahren, lehne ich mich kurz zurück schließe die Augen und atme tief durch. Das hört sich blöd an, aber es hilft. 

Und nun?

Es gibt keine all gemeingültige Formel für den richtigen Umgang mit Kindern bei dem Thema Schlafen. Jedes Kind ist anders. Wie fast alles hängt es an uns Eltern wie wir mit der Situation umgehen. Sicher ist es möglich für möglichst passenden Rahmenbedingungen zu sorgen. Alles Weitere hängt von unserer Geduld und Liebe ab.

In diesem Sinne – Gute Nacht!

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 
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