Holzspielzeug vs. Plastikspielzeug | Furnart Blog

Spielzeug macht das Kinderleben froh. Den Kindern ist es egal ob Plastikspielzeug oder Holzspielzeug. Gibt es Vor- bzw. Nachteile für die Kleinen? Spielzeug muss ja in erster Linie Spaß machen oder? Jedoch kann aus allem eine Religion gemacht werden, auch aus Spielzeug. Ich werde die verschiedenen Standpunkte beleuchten und in das Kinderzimmer der eigenen Kids schauen. 

Bevor ich zu eventuellen Unterschieden komme, möchte ich die Frage beantworten wozu brauchen Kinder überhaupt Spielzeug? Reicht nicht auch das ausgediente Radio oder ein alter Schuh? 

Bereits die kleinen Babys spielen mit allem was ihnen zwischen die Finger kommt. Muttis Hände oder Papas Nase, alles muss durch Greifen oder Tasten erkundet werden. Babys lernen nicht nur das Greifen, sondern auch das Festhalten verschieden geformter Objekte. Sobald die Augen geöffnet sind, ist das Interesse an der Umwelt erwacht und muss erkundet werden. Das was in die Hände kommt, muss hinsichtlich Form, Größe und Haptik ausgekundschaftet werden. Da jedoch irgendwann die elterlichen Extremitäten nicht mehr ausreichen, ist es notwendig bestimmte auf das Alter der Babys zugeschnittene Spielsachen zur Verfügung zu stellen. Spielzeug fördert in diesem Alter die Motorik und die Unterscheidung zwischen bestimmten Farben und Formen. Spielen heißt Lernen und Verstehen. 

Im Grunde sind es diese drei relevanten Punkte: 

  • Spielzeug unterstützt die Ausbildung der Motorik
  • Spielzeug fördert die Kreativität
  • Spielzeug bildet soziale Fähigkeiten aus

 

Es gibt in der Entwicklung verschiedene Entwicklungsstufen die sich bei der Auswahl des Spielzeuges niederschlagen können. 

Bis zum Alter von zwei Jahren

Kinder entwickeln sich bis zum zweiten Lebensjahr zu einer eigenständigen Persönlichkeit. Sie lernen selbstständig zu laufen, zu essen und zu sprechen. Es ist elementar, dass das Kind die Gelegenheit erhält seine Welt spielerisch zu erkunden. In dem Alter verstehen Kinder mehr als sie ihrer Umwelt vermitteln können. Diese Punkte zusammen genommen machen es gerade wichtig, dass sich Kinder spielerisch mit ihrer Umwelt beschäftigen. 

Große bunte Bausteine, Greifringe oder Tastbücher sind in dem Alter der Renner. 

Ab zwei Jahren:

Ab dem Alter von zwei Jahren beginnen Kinder die Wirklichkeit nach zu spielen, da sie intensiv ihre Umwelt erkunden und sich mit dieser beschäftigen. Grundlegende humanistische Verhaltensweisen werden nachgemacht und dadurch verinnerlicht. Spielzeuge helfen dabei und bieten das notwendige Setting.

Ab drei Jahren: 

Um das dritte Lebensjahr herum beginnen Kinder lieber zu zweit oder in kleinen Gruppen mit Gleichaltrigen zu spielen. Der Entdeckungsdrang und die natürliche Neugier müssen in diesem Alter besonders gefördert werden. Dreijährige begeistern sich fürs Nachahmen und denken sich stehts und ständig neue Spielsituationen aus. Spielsachen, die das Nachahmen unterstützen, sind dafür besonders gut geeignet. Ein Puppenhaus, ein Bauernhof oder natürlich das Spielzeugauto sind dafür gut geeignet. À propos Spielzeugauto, in dem Alter ist es völlig egal ob es sich um Mädchen oder Jungen handelt. Mit Autos spielen alle Kinder gleich gern. Ich finde darüber hinaus, dass die geschlechtsspezifische Zuordnung von Spielzeug auf den Müllhaufen der Geschichte gehört. 

Ab vier Jahren:

Ab dem vierten Lebensjahr spielt die kindliche Neugier den größten Motivationsfaktor bei der Beschäftigung mit der Umwelt. Das allseits beliebte "Warum?" ist wohl jedem bekannt. Auch wenn der Nervfaktor nach dem gefühlt tausendsten Mal "Warum?" recht hoch ist, so ist diese Art des Wissen abzapfens die wichtigste Informationsquelle um das drumherum zu begreifen.  

Das gemeinsame Spiel mit den Freunden wird immer elementarer. Gemeinsam wird die Welt erkundet und sich über das gesehene ausgetauscht und in den kindlichen Kontext gesetzt.  Sie lernen die Spielsets zu erweitern und untereinander zu kombinieren. Spielsachen unterstützen die Vorstellungskraft und lassen Kinder immer kreativer werden.

Ab fünf Jahren:

Mit fünf Jahren ist das Kind bereits "so groß". Alles will erkundet und ausprobiert werden. Zusammenhänge werden gut verstanden und Bezüge gesetzt. Im Grunde genommen besitzen Kinder wenn bisher alles gut gelaufen ist, ein grenzenloses Selbstbewusstsein und alles scheint möglich. Spielzeug muss in dieser Phase genau das wiederspiegeln. Die Experimentierfreude des Kindes muss mit allen Mitteln unterstützt werden, denn darauf beruhen spätere Verhaltensweisen, die als Basis für das Lernen im schulischen Kontext benötigt werden.  

Doch zurück Plaste vs. Holzspielzeug

Wir Eltern wollen für unsere Kleinen nur das Beste. Daher möchten wir auch bei dem Spielzeugkauf möglichst nichts falsch machen. Alles muss, zumindest in dem Elternkreisen in den ich mich bewege, so natürlich wie möglich sein. Ich weiß noch, wie ich verächtlich auf alles was aus Plastik bestand heruntergeblickte. In meiner Überzeugung ist die beste Wahl für die körperliche und geistige Entwicklung Holzspielzeug und nichts anderes. Oder? So ganz dann auch wieder nicht. Beide Materialien überzeugen mit Vorteilen, bringen jedoch ebenso Nachteile mit sich. 

Werkstoff Holz

Holz gehört zu Rohstoffen, die am meisten gehandelt werden. Nachhaltigkeit sollte bei diesem Werkstoff aus der Natur an oberster Stelle stehen. Bäume scheinen zwar in rauen Massen vorhanden zu sein, jedoch dauert es bis zur "Ernte" in der Regel viele Jahre. In den meisten Ländern wird der Rohstoff Holz schneller abgebaut als Pflanzen nachwachsen können. Dieses Verhalten minimiert natürlich auf Dauer den Bestand der Wälder. Darüber hinaus werden tropische Hölzer aus Regenwäldern zunehmend von Raubbau bedroht. Was das bedeutet kann natürlich jeder nachvollziehen. Standards werden in diesen Ländern nicht eingehalten. Darüber hinaus muss in Frage gestellt werden, ob und wie Pflanzenschutzmittel und Pestizide eingesetzt werden. Holz aus Deutschland kann als relativ sicher für Spielzeug betrachtet werden, auf nachhaltigen Anbau wird in der Regel geachtet. Wenn Holzprodukten gekauft werden, sollte auf das FSC-Symbol nachhaltiger Forstwirtschaft geachtet werden. Diese Symbol steht für einen nachhaltigen Anbau. 

Vorteil: 

  • Ein natürliches Produkt
  • Langlebig und Robust
  • Fördert den Tastsinn und Geruchssinn durch dessen Beschaffenheit

 Nachteil:

  • In den Lacken können sich ebenfalls gesundheitsschädliche Stoffe befinden
  • Ggf. können sich Kinder Splitter einreißen, auf gute Verarbeitung muss geachtet werden

 

Werkstoff Plastik

Auf die Herstellung von Plastik und deren Nachteile möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen. Wer im Chemieunterricht auch nur mit einem Auge bzw. einem Ohr dabei war, wird in Erinnerung haben wo die Fallstricke liegen. Mich schrecken insbesondere die zahlreichen Weichmacher aus Spielsachen unsicherer Herkunft ab. Die EU will am liebsten die Verwendung verbieten und klärt über die daraus resultierenden Gefahren auf. In wie weit sich alle Hersteller daran halten bleibt ungewiss. 

Jedoch ist nicht nur die Herstellung und die dafür notwendigen Rohstoffe problematisch, sondern auch die Entsorgung bzw. das Recycling von Kunststoff. Im Gegensatz zum Holz sind die als Basis dienenden Stoffe nicht biologisch abbaubar. Das wir in den kommenden Jahren mehr Plastik im Meer als Meerestiere haben ist auch allseits bekannt. Von daher fällt Plaste eigentlich aus. 

Vorteil:

  • Lässt sich im Herstellungsprozess beliebig formen, im Grunde ist alles möglich
  • Das Material kann auch weich sein, für z. B. Puppen ist das von Vorteil
  • Für bestimmte Dinge ist es wesentlich, dass es ein leichter Werkstoff ist

 Nachteil:

  • Kann aus vielen Einzelteilen bestehen, für kleine Kinder kann das gefährlich sein
  • Enthält unter Umständen Weichmacher
  • Kunststoffe stehen im Verdacht Krebserregend zu sein

 

 Die Aufzählung bei allen Punkten hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das sind die Punkte, die mir als erstes eingefallen sind. 

Fazit:

Was was nun das beste Spielzeug ist, lässt sich wie bei allem nicht zu hundert Prozent sagen. Auch wenn ich überhaupt kein Freund von Plastikspielzeug bin, ich möchte die schönen Moment nicht missen an denen ich mit meinen Söhnen geile Legoraumschiffe zusammensetzte. Es muss also von Fall zu Fall geguckt werden was passt. Vielmehr sollte jedoch auch die Frage gestellt werden, in wie weit müssen unsere Kinder in Spielzeug versinken. Ich beobachte, dass die Kinder sehr viel Spielzeug und insbesondere billiges Plastikpielzeug besitzen. Das muss nicht sein. Spielzeug muss vielseitig anwendbar sein und wie oben erwähnt die Kreativität fördern. Wenn das der Fall ist und Legosteine sind das beste Beispiel, dann nehme ich Plastik als Werkstoff gern in Kauf. Ansonsten bin ich der Meinung Qualität statt Quantität, egal ob Holz,- oder Plastikspielzeug. 

 

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