Geschwister Kinderzimmer - Ab wann benötigen sie ihr eigenes Zimmer? | Furnart Blog

Das Geschwisterchen kündigt sich an und zu diesem Zeitpunkt beginnt es bei manchen jungen Eltern im Hinterkopf zu rumoren. Brauchen wir bald ein zweites Kinderzimmer, müssen wir umziehen oder sind das doch nur first World Problems? Wann ist es Zeit für ein eigenes Kinderzimmer oder hat es evtl. sogar Vorteile wenn Geschwister sich ein Zimmer teilen? 

Wie sieht es denn generell mit den Kinderzimmern aus? Ab wann brauchen Kinder ein eigenes Zimmer? Beginnen wir von vorn. 

In der Regel ist spätestens zur Geburt des neuen Erdenbürgers das Kinderzimmer fertig eingerichtet. Ich kenne etliche junge Väter, die noch während die Mutter im Krankenhaus im Wochenbett lag, damit beschäftigt waren das Kinderzimmer zu streichen und fertig einzurichten. Einerseits kann ich das verstehen, so möchten die Eltern doch dem Kind ein eigenes Reich mit Regalen, Wickelkommode und Spielzeug schaffen, andererseits ist das völlig unnötig. Das was die kleinen Babys in den ersten Wochen, Monaten und manchmal sogar dem ersten Jahr und darüber hinaus brauchen, ist die Nähe zu den Eltern. In der Regel wird da nur ein Beistellbett und eine Wickelkommode benötigt. 

Mit der Mutter meines großen Sohns zog ich damals sogar in eine größere Wohnung mit einem extra Zimmer für den damals kleinen Wicht. Nur gebraucht hat er es nicht. Der Raum war in den ersten zwei Jahren eine bessere Abstellkammer. Erst nach und nach wurde das zusätzliche Zimmer als Kinderzimmer etabliert. Bei meinem zweiten Sohn machten wir es ganz anders. Das größte Zimmer der Wohnung wurde das Kinderzimmer. Wir gingen davon aus, dass wir sowieso die meiste Zeit dort verbringen und so wurde anfangs das Wohn- Schlaf- Kinderzimmer zu einem Konglomerat aus allen Raum-Ansprüchen. 

Meine Tochter hat mit zwei Jahren ihr eigenes Zimmer bekommen. Als sie quasi frisch war, lag sie in verschiedenen Zimmern. Ein Kinderbett stand in der Etage des Hauses, wo sich das Leben abspielte. Das andere Kinderbett stand im Elternschlafzimmer. Sie sollte sich an die Geräusche des Alltages schon früh gewöhnen. Wir gingen davon aus, dass Babys die Geräusche bereits im Mutterleib mitbekamen und somit kein Problem bestehen würden, wenn das Babybett im Zentrum des Hauses steht. Das hatte auch wirklich gut geklappt. Unsere kleine Tochter schlief großartig und kann auch heute noch unter fast allen Bedingungen eine Mütze voll Schlaf nehmen. 

Erst als das Spielzeug die Spielecke im Wohnzimmer sprengte wurde ein bis dahin nicht wirklich genutzter Raum im Haus zum Kinderzimmer. Ihre Spielecke hat sie immer noch und in der Küche steht auch nach wie vor die Kinderküche. Spielen macht in der Gemeinschaft eben viel mehr Spaß. 

Schwierige Rahmenbedingungen

Nun, ich gebe zu, dass das Leben in meiner, mittelgroßen Stadt mit derzeitig noch normalen Immobilienpreisen den Luxus von viel Platz zum Wohnen zulässt. Etwas Anderes ist das Leben in verdichteten urbanen Strukturen und großen Städten. Wohnraum wird immer teurer und die dadurch entstehenden Ideen sparsam mit Wohnraum umzugehen, sind quasi überall zu finden. Wohnraum als Luxusgut. An Familien mit Kindern wird bei solchen Ideen à la Tiny Houses nicht gedacht. In erster Linie muss Wohnraum für Alle bezahlbar sein. Familien mit Kindern sind von der Verknappung bezahlbaren Wohnraumes besonders betroffen. Somit steht es oftmals gar nicht zur Debatte ob die Geschwisterkinder ein eigenes Reich in Anspruch nehmen dürfen. 

Ein gemeinsames Kinderzimmer ist jedoch nicht nur eine praktische Lösung, sie kann durchaus auch Vorteile bieten. So können Kinder sich aneinander messen und miteinander spielen. Sicherlich gibt es ein paar Regeln an denen sich die Eltern zumindest grob orientieren können. Die Kinder sollten z. B. in etwa das gleiche Alter haben. Bei meinen zuletzt geborenen Kindern ist das ein Hinderungsgrund. Mein mittlerer Sohn wird 18, meine Tochter wird vier Jahre alt. Nicht der optimalste Altersunterschied um sich ein Zimmer zu teilen. Darüber hinaus sollten die Kinder ähnliche Spielideen und Interessen haben. Schwierig wird es wenn es sich um Schwester und Bruder oder umgedreht handelt. Bei Geschwistern mit ungleichem Geschlecht ist in einem gemeinsamen Kinderzimmer spätestens wenn die Pubertät naht Schluss mit Lustig. 

Ich erinnere mich noch gut daran wie sehr ich von meiner Schwester genervt war. Als ich 13 Jahre alt war, hatten meine Eltern ein Einsehen und wir bekamen getrennte Zimmer. Das Arbeitszimmer wurde kurzer Hand aufgelöst und meine kleine Schwester und ich bekamen einen eigenen Bereich. 

Aber wie ist es nun richtig?

Im Grunde genommen ist die Frage wann Kinder ihren eigenen Raum bekommen mit gesundem Menschenverstand zu beantworten. Dennoch habe ich versucht ein paar Punkte zur Orientierung zusammen zu fassen. 

Haben wir ein Schulkind?

Wen eines der Geschwisterkinder zur Schule kommt, sollte es die Chance haben sich ungestört für Hausaufgaben zurückziehen zu können. Die große Schwester bzw. der große Bruder benötigt dann dringend Ruhe zum Lernen bzw. muss sich in den eigenen Bereich zurückziehen um sich von den Anstrengungen des Schultages erholen zu können. 

Gibt es häufig Streitereien?

Zoff und kleinere Streitereien sind unter Kids so ziemlich das normalste auf der Welt. Soziale Kompetenzen werden durch die Bewältigung von Kompromissen erlangt und gehören zu den wichtigen Erfahrungen die die Kinder durchleben müssen. Sollten diese Konflikte eine bestimmte Schwelle überschreiten und sogar in Keilereien enden, wird es Zeit die räumlichen Grenzen abzustecken. 

Haben wir ein Pubertier?

Spätestens wenn die Kinder anfangen sich in selbst anders wahr zu nehmen und die Pubertät ansteht, bei Mädchen eher als bei Jungen, sollten Eltern über getrennte Zimmer nachdenken. 

Die Freunde kommen!

Wenn die Kinder Freunde einladen möchten bzw. die Freunde aus der Schule mit nach Hause kommen um gemeinsam abzuhängen, sollte das gemeinsame Geschwisterzimmer der Vergangenheit angehören. 

Ein kleines Fazit.

Ich gebe zu, wie so oft gibt es kein allgemein gültiges Rezept und die Lösung ist mitunter individuell. Insbesondere wenn die notwendigen Ressourcen fehlen, um auf die räumlichen Wünsche der Kinder einzugehen ist Improvisation gefragt. Diese können natürlich in Konflikten und Streit enden, jedoch wie so oft sind wir als Eltern der Schlüssel zum Ganzen. Leben wir vor wie Konflikte zu meistern sind und der liebevolle Umgang miteinander auch in Stress- und Streitsituationen nicht verloren geht, ist der positiven Entwicklung auch unter schwierigen räumlichen Bedingungen kein Riegel vorgeschoben. 

 

 
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