Die besten Ideen aus dem Buch "Montessori Pädagogik für zu Hause" | Furnart Blog

Wie gestalte ich den Alltag mit meinen Kindern so, dass Spaß und Lernen zusammenpassen? Ich möchte natürlich nicht den ganzen Tag mit einem erhobenen Zeigefinger durch die Gegend laufen und die große Pädagogik-Keule schwingen. Mit diesen Überlegungen und meiner Affinität zur Montessori-Pädagogik bin ich über dieses Buch gestolpert. Ich finde es so gut, dass ich einen kurzen Text darüber loswerden möchte.

Zwei meiner drei Kinder sind in eine freie Kindereinrichtung gegangen bzw. die Kleinste geht immer noch in das Montessori-Kinderhaus. Die Montessori-Pädagogik hat mich von meinem ersten Kontakt an fasziniert, die Idee und die Umsetzung begeistern mich noch immer. 

Wer oder was? 

Maria Montessori war eine italienische Ärztin und Pädagogin die das Konzept in den Anfängen des 19. Jahrhunderts erarbeitete und entwickelte. Ihre Entdeckungen und Denkansätze entstanden durch die Arbeit mit Kindern aus, heute würde man sagen, prekären Verhältnissen. Sie sah in den Kindern die Einzigartigkeit und Individualität und entwickelte ihre Ideen, die schließlich in der Montessori-Pädagogik mündeten. In dem Konzept geht sie davon aus, dass das Kind den natürlichen Drang hat zu lernen und ihre Neugier der Motor für Entwicklung ist. "Hilf mir es selbst zu tun" ist der bestimmt bekannteste Spruch und zu gleich das Motto der Montessori Pädagogik. 

Wieso?

Aber wie kann ich mit einfachen Mitteln die Idee der Montessori-Pädagogik zu Hause umsetzen ohne gleich die "vorbereitete Umgebung" in den eigenen vier Wänden vorhalten zu müssen. Sicherlich hat jeder zu Hause intuitiv ein paar Ideen im Kinderzimmer umgesetzt und ist mit Hilfe von pfiffigen Kindermöbeln, Holz Spielzeug individuell auf die Persönlichkeit und das Bedürfnis des Kindes eingegangen. 

Worum geht es?

Mir hilft es jedoch ungemein, wenn ich sehe das ich mit meinen Gedanken nicht allein dastehe und diese sogar hochoffiziell in einem Buch zu finden sind. Das Buch welches es mir besonders angetan hat heißt "Montessori Pädagogik für zu Hause". Für ein selbstständiges und aufgeschlossenes Kind. Geschrieben haben es Céline Santini (Autor), Vendula Kachel (Autor). Das Buch wurde aus dem Französischen von Carolin Wiedemeyer übersetzt. 

Das Buch hat auf 271 Seiten Ideen für Kinder von vier Monaten bis zwölf Jahren parat und gliedert sich in vier Kapitel: 

Kapitel 1: Entdeckung der Natur

Kapitel 2: Entdeckung von Kultur und Welt

Kapitel 3: Entdeckung von Körper und und fünf Sinnen

Kapitel 4: Entdeckung des Alltagslebens 

Welche Ideen haben mir am besten gefallen?

Aus den einzelnen Kapiteln habe ich die besten Ideen rausgesucht umso ein wenig Lust auf mehr zu machen.

Entdeckung der Natur

Diese Idee ist für Kinder ab einem Alter von drei Jahren geeignet und heißt, "Ein Stück Natur in der Stadt finden". Den Ansatz finde ich deshalb gut, da hier Kinder in urbanen Strukturen angesprochen werden. Folgendes wird angedacht:

Oft glaubt man, die Natur sei aus der Stadt verschwunden, aber wenn man aufmerksam schaut, erkennt man, wie sie sich oft ihre Rechte zurückholt, diskret und sanft, aber zielstrebig: Blumen, die auf dem Bürgersteig aus den Spalten wachsen, Moos, das sich an den Häuserfassaden hochrankt, usw. Diese Übung zielt darauf ab, die Beobachtungsgabe des Kindes zu entwickeln, aber auch sein ökologisches Bewusstsein und seine natürliche Bewunderung für die Natur. 

Wie läuft das ganze ab: 

Suchen Sie sich eine Straße aus der Stadt, auch eine sehr belebte, und regen Sie das Kind an nach Pflanzen zu suchen, die andere als Unkraut bezeichnen würden, oder nach Insekten, die man hier nicht erwarten würde. 

Beginnen Sie eine Diskussion über die Bedeutung der Natur und Umweltbewusstsein, aber auch über die Kraft der Natur, die sich allen Gegebenheiten anpasst. 

Entdeckung von Kultur und Welt

Für Kinder ist es wichtig frühzeitig zu erkennen und zu erlernen, dass es unterschiedliche Sprachen, Bräuche und Riten gibt. Ein wesentlicher Bestandteil dafür sind Sprachen. Am eindrücklichsten wird das, wenn Kinder ein Lied singen und Kennenlernen welches in verschiedenen Sprachen existiert. 

Ablauf der Übung:

Suchen Sie ein Lied welches in verschiedenen Sprachen existiert, jedoch dieselbe Melodie besitzt. Suchen Sie ein solches Lied zum Beispiel "Bruder Jacob". Das Kind sollte das Lied zunächst in seiner Muttersprache auswendig können. Dann spielen Sie ihm das Lied in den verschiedenen Sprachen vor. Die Überraschung wird groß sein, wie unterschiedlich und doch gleich sich das Lied anhört. 

Nutzen Sie die Gelegenheit, um dem Nachwuchs etwas über unterschiedliche Länder und Kulturen zu erzählen. Es ist wichtig zu erkennen, das es Unterschiede gibt aber wie viele Dingen doch gleich sind. 

Entdeckung von Körper und fünf Sinnen 

Mit einem Gegenstand auf dem Kopf gehen. 

Diese Übung erscheint zunächst banal, ist jedoch eine Herausforderung für die kleinen und unter Umständen auch für die großen Mäuse. Das Kind entwickelt dabei seine Konzentrationsfähigkeit, sein Gleichgewicht und seine Koordination. 

Wie kann das Spiel aussehen:

Lassen Sie das Kind einen nicht zerbrechlichen Gegenstand aussuchen und geben Sie ihm die Entfernung vor, die es laufen soll. Ermutigen Sie es mit dem Gegenstand auf dem Kopf zu laufen ohne diesen festzuhalten. 

Bei dieser Übung werden auch wieder verschiedene Potentiale gefördert. Konzentrationsvermögen, Koordination, Gleichgewichtssinn und vieles mehr. 

Entdeckung des Alltagslebens

Obst und Gemüse schneiden.

Diese Übung finde ich am besten und praktiziere sie mit meiner kleinen Tochter quasi im Vorbeigehen. Es wichtig Kinder in die tägliche Alltagsarbeit mit einzubinden. Magdalena und ich bereiten am liebsten das Abendessen gemeinsam zu. So kann die Zeit der Vorbereitung gemeinsam genutzt werden und wird zur Quality time. Sie war so wahnsinnig stolz, als ich ihr das erste mal ein Messer gab mit dem sie Gurke und Möhre für das Abendessen in kleine Stücke schneiden durfte. Da die normalen Kindermesser für solche Tätigkeiten zu stumpf sind, besorgte ich ein Kinder-Opinel welches ein statt einer Spitze eine Rundung besitzt. Diese "Übung" entspricht voll und ganz dem von Maria Montessori geprägten Satz "Hilf mir es selbst zu tun". 

Kinder lernen Selbstbewusstsein, mit übertragener Verantwortung umzugehen und natürlich auch mit Messer und Schneidbrett umzugehen. 

Mein Fazit:

Das Buch enthält tolle Ideen und Anregungen. Ich war total begeistert zu sehen, wie das Pädagogisches Konzept durch einfache Übungen praxisnah in das gemeinsame Leben mit Kindern integriert werden kann. Die Möglichkeiten sind so vielfältig, abwechslungsreich und kommen nicht mit dem pädagogischen Faustkeil daher. 

 
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