Auszeit für die Eltern - Die besten Ideen für kurze Atempausen | Furnart Blog

Alle Eltern kennen es. Alles fühlt sich wahnsinnig anstrengend an, die sonst so lieben Kleinen nerven, die Beziehung besteht nur noch aus Vorwürfen und der Job ist auch gerade alles andere als nur Spaß. Was tun? 

Ich habe an dieser Stelle eigentlich nur noch die Klappe zu halten, theoretisch. Drei Kinder aus zwei gescheiterten Beziehungen. Im Grunde weiß ich immer noch nicht wieso die Situationen so krass aus der Spur laufen konnten und es gefühlt keinen Ausweg mehr gab. Irgendwann wurde die Situation so verfahren, dass nichts mehr ging. Es zählte in den Momenten nicht mehr das, was gemeinsam erreicht wurde, sondern nur noch das in der Situation unüberlegt gesprochene Wort. Okay ganz so auch nicht, aber so ähnlich. Es hätte in beiden Fällen gereicht, sich ab und zu ein Stück zurück zu nehmen, kurz Luft zu holen und dem anderen Zeit zu gönnen. Im stressigen Eltern-Alltag eine Atempause einzulegen. 

Wie jedoch soll das passieren, wenn die Ansprüche an sich selbst und gefühlt die gesellschaftliche Messlatte in gigantischer Höhe liegen? Gibt es Tricks, sich dem zu entziehen und eine wenn auch kurze, jedoch intensive Atempause einzulegen?

Meine steile Theorie. Das Problem liegt in dem gesellschaftlichen Konsens, dass Egoismus schlecht ist. Damit meine ich nicht, dass wir immer das größte Stück Kuchen haben müssen. Wir stehen jedoch uns selbst gegenüber in der Verantwortung auch einmal an uns selbst zu denken. Damit meine ich, es nutzt niemanden wenn wir uns jeden Tag auf das neue aufopfern und unser Selbst vergessen. Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Wir müssen lernen zu fragen, was können wir für uns tun und uns die Zeit nehmen, die wir benötigen. Für alle die das jetzt in den falschen Hals bekommen, ich meine nicht radikalen Egoismus auf Teufel komm raus, sondern den gesunden selbst bezogenen Erhaltungstrieb. Auch in einer Familie werden wir stets gefordert und oftmals wird einem keine Ruhepause gegönnt. Mein Leben sah in der Regel so aus, dass ich sehr viel dienstlich unterwegs war. Dieser Umstand war dem geschuldet, dass das einfach mein Job war und nicht aus reinem Lustgewinn. Wenn ich nach zig Stunden Autobahnfahrt nach Hause kam, waren da die Kinder und die Partnerin. Jeder für sich hatte eine Erwartungshaltung an mich. Um es mal so zu formulieren, die Behandlung war so, als wenn ich aus dem Urlaub kam und nicht von Dienstreisen mit stundenlangen Workshops und so weiter. Das schlechte Gewissen nicht da zu sein nagte darüber hinaus zu jeder zeit an mir. Ich meine, wie geil fühlt man sich schon als Vater, wenn der Sohn seine ersten Erfolge auf der Posaune nur über die Freisprechanlage im Auto und hunderte Kilometer entfernt präsentiert... 

Diese gezeichnete Situation steht, da bin ich mir ganz sicher, exemplarisch für viele Menschen unserer Generation die in einer Partnerschaft mit Kindern leben. 

Bloß wie kann Frau/Mann dieser Situation entkommen und verhindern, dass ein Teufelskreis aus Beschuldigungen und Rechtfertigungen entsteht? Um solche Situationen händeln zu können, wird eine ordentliche Portion innere Ruhe benötigt. Aus Ruhe generieren Menschen neue Kraft. Jedoch muss diese Ruhe zunächst einmal gefunden werden. Gestresste Eltern erkennen vor lauter Haushalt, beruflichen Herausforderungen und den Kindern meist nicht das, was sie eigentlich brauchen. Eine kurze Auszeit, kinderfreie Zeiten um die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Da kommt der Punkt, den ich meinte - kurz einmal egoistisch sein und an sich denken. Die Kinder werden es verkraften wenn sie auf eine kleine Reise zu den Großeltern über das Wochenende gehen. Kinder leiden viel mehr unter einer häuslichen Dauerstress-Situation als mal ein Wochenende ohne die Eltern bei Oma und Opa zu verbringen. Eine Partnerschaft braucht gemeinsame Zeit auch wenn irgendwie die äußeren Rahmenbedingungen nein sagen. Irgendetwas passt immer nicht und so werden immer neue Kompromisse geschlossen und sich von dem eigenen bzw. dem partnerschaftlichen Selbst entfernt. 

Das war jetzt eine ganze Menge geblubbert, wie gesagt ich habe zwei Trennungen hinter mir, wahrscheinlich falle ich in die Kategorie hinter her ist man immer schlauer. 

Wie sehen den nun konkrete Tipps für gemeinsame schnell zu realisierende Auszeiten aus?

Pauschal kann das natürlich nicht beantwortet werden, jeder Mensch entspannt anders und hat seine eigenen kleinen Tricks. Dennoch habe ich mal ein paar Punkte zusammengetragen, die helfen können. 

  • Es muss für Quality Time gesorgt werden. Verbringen sie mindestens 15 bewusste Minuten mit ihrem Partner. Werten sie den Tag aus, hören sie zu und genießen sie es, dass ihnen zugehört wird. Wenn die Kinder stören, erklären sie ihnen, dass diese Zeit zwischen Mama und Papa ganz wichtig ist. Trauen sie ihren Kindern zu, dass sie das verstehen. 
  • Tun sie regelmäßig etwas was nicht mit dem Eltern sein zu tun hat. Tun sie etwas, was Erwachsenen Spaß macht. Wenn die gesamte Zeit nur Kinderzeug gemacht wird, mit Verlaub - meine Einschätzung, verblödet man. Das ist nicht gut. Wenn man das tausendste Wimmelbuch durchgesehen hat, hat man ein Recht auf T. C. Boyle oder andere Hochliteratur. Meine Schwester guckt leidenschaftlich gern Horrorfilme - absolut nicht meins, aber bei ihr scheint es zu klappen. 
  • Nutzen Sie die Zeit, während die Kids beim Sport, Freunden oder sonst was sind, für sich. Schnell Einkaufen oder Putzen muss nicht sein. Für sich selbst Lücken zur Entspannung suchen ist wichtig. 
  • Treiben sie so viel möglich Sport. Sich zu verausgaben und dabei eventuell sogar selbst gesteckte Ziele zu erreichen steigert das Selbstwertgefühl. Wenn das mit dem Partner zusammen durchgezogen wird, werden Beziehungen gefestigt und Risse gekittet. 
  • Reden sie, wenn sie mit Ihrem Partner einen Abend zusammen verbringen nicht nur über Elternzeugs. Es braucht Themen, die zu Ihnen als Paar gehören. Elternaufgaben und die wesentlichen Gedanken an Ihre Kinder können getrost einmal ruhen.

Zum Schluss

Ich bin der Meinung wir Eltern müssen lernen zu entspannen. Ich liebe meine Kinder nicht weniger bloß weil ich nicht die ganze Zeit an sie denke. Aus solchen Momenten kann Kraft geschöpft werden, die das gesamte Familienleben angenehmer gestalten. Seid auch mal egoistisch und macht was für euren Seelenfrieden notwendig ist. Diese positiven Vibes wirken sich auf alle in der Familie aus. Probiert es aus - in diesem Sinne viel Erfolg. 

 

 

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